Die Prozess-Wertschöpfungsanalyse (oder Value-Stream-Analyse) dient dazu, jene Prozessschritte zu identifizieren, die Kosten und Zeit verursachen, ohne zusätzlichen Wert für den Kunden zu schaffen. Die Prozess-Wertschöpfungsanalyse untersucht die Aktivitäten eines Prozesses, um diese als wertschöpfend, unterstützend oder verschwendend zu kategorisieren. Wertschöpfende Tätigkeiten tragen zur Erfüllung der Kundenanforderungen bei. Unterstützende Tätigkeiten tragen zwar nicht unmittelbar zur Erfüllung der Kundenanforderungen bei, halten aber die Geschäftstätigkeit aufrecht. Alle anderen Tätigkeiten sind nicht zur Erbringung der Leistung gemäß den Kundenanforderungen erforderlich und damit als Verschwendung von Ressourcen zu deklarieren. Nichtwertschöpfende Aktivitäten sind beispielsweise:
- Vorbereitung: Tätigkeiten, die der Vorbereitung einer nachfolgenden Aktivität dienen (z.B. Aufräumen des Arbeitsplatzes).
- Verzögerung/Warten/Lagerung: Tätigkeiten, bei denen die Arbeit darauf wartet, gemacht zu werden (z.B. Zwischenlagerung, Vorratshaltung).
- Versagen: Tätigkeiten, die durch Fehler in einem Prozessschritt verursacht werden (z.B. Nachbearbeitung, Rückruf).
- Kontrolle/Prüfung: Tätigkeiten zur internen Kontrolle des Prozesses (z.B. Qualitätskontrolle, Überprüfung, Freigabe).
Fragestellung - Checkliste
Zur Kategorisierung von Prozessschritten und zur Identifikation nichtwertschöpfender Aktivitäten bietet sich die Beantwortung folgender Fragestellungen an: 1. Wird die Prozessleistung bereits in diesem oder einem anderen Prozess bzw. Teilprozess erzeugt? 2. Dient der Teilprozess, Prozess- oder Arbeitsschritt der Fehlerverhütung? 3. Dient der Teilprozess, Prozess- der Arbeitsschritt der Schadensminimierung bei Ergebnisabweichungen und Nachbesserungen von Ergebnissen? 4. Dient der Teilprozess, Prozess-oder Arbeitsschritt der Planung, Durchführung und Kontrolle von Änderungen? 5. Dient der Teilprozess, Prozess- oder Arbeitsschritt der Schnittstellenkoordination? 6. Wird der Teilprozess, Prozess- oder Arbeitsschritt mehrmals durchlaufen? 7. Resultiert der Teilprozess, Prozess- oder Arbeitsschritt aus überholten, überzogenen oder überflüssigen Vorschriften? 8. Kann die Prozessleistung an anderer Stelle effizienter erbracht werden?
In der Praxis
Die Dokumentation der Ergebnisse aus der Prozess Wertschöpfungsanalyse erfolgt in einem „Value & Cycle Time Worksheet“, einer Tabelle, in der die Wertschöpfung und die Zeitverteilung festgehalten werden. Für jeden Prozessschritt eines Prozesses findet eine Kategorisierung in wertschöpfend, unterstützend und nicht wertschöpfend statt. In Kombination mit den erfassten Zeiten eines Prozessschrittes kann errechnet werden, zu welchem Anteil die Durchlaufzeit eines Prozesses auch tatsächlich wertschöpfend ist.



